Wie man mit wenig Equipment aufnimmt

Teil 2 von 10 (Übersicht hier)

Vor zwei Wochen habe ich den groben Aufnahmeplan beschrieben, wir werden konkreter. Wir hatten uns für Einzelspuren entschieden, das macht bei der Aufnahme vieles einfacher (und auch schneller, Fehler sind leichter auszubügeln). Also los geht’s:

Hier zu sehen die Übersicht für das Schlagzeug. Wir werden sechs Mikrofone benutzen, um (hoffentlich) einen ausgewogenen Klang zu erreichen und auch die Snare und die Kick anständig mischen zu können.

  1. SM58 für die BassDrum / Kick (ins Notebook Interface)
  2. SM57-Double für die Snare (auch ins Notebook Interface)
  3. Zwei Overhead Mikros für die Toms (ein Mikro pro Tom), eingespeist links (Tom1) und rechts (Tom2) in Max Stereo Recorder
  4. Mein Stereorekorder auf einem kleinen Stativ auf einem Stuhl vor dem Schlagezeug.

Damit sollten wir in der Theorie genug Material haben. Guten Stereosound des Sets (inklusive Becken und Raum) mit meinem Rekorder, Details für alles außer der Becken mit den vier Mikros. Nach der Aufnahme sollten wir sechs Spuren haben:

  1. Kick
  2. Snare
  3. Tom 1
  4. Tom 2
  5. Stereo L
  6. Stereo R

In der Saitenfraktion ist es etwas einfacher:

Amp mit den normalen Einstellungen, zwei Mikros direkt vor den Amp gestellt, ein wenig an Position und Entfernung gespielt und nach Gehör entschieden, was gut klingt. Benutzt haben wir das SM58 und das SM57-Double, beides per Audio Interface in den Rechner.

Im nächsten Teil dann dann ein wenig mehr Geschichten aus dem Paulanergarten Proberaum und wie gut die Aufnahme dann wirklich funktioniert hat.

Bis denne
Constantin

Von Con, vor

EP Recording Update – Gitarre & Bass

Session 1: Gitarre & Bass (3h)

Da wir im Live Setup die Gitarre über einen Splitter gleichzeitig in einen Gitarren- und einen Bass-Amp mit vorgeschaltetem Octaver schicken, hatten wir uns bei der Aufnahme dazu entschieden, in Session 1 ebenfalls beide Signale parallel aufzunehmen. So sollte zumindest in der Basis der „Original“-Klang dieses etwas spezielleren Setups erhalten bleiben.

Das ging auch ganz gut: unser SM58 (leider nicht 57, wie sonst empfohlen) vor den Gitarren-Amp, dazu der DI-Out aus dem Bass-Amp. 

Eingespielt habe ich meist Teil für Teil, besonders dann, wenn Effekte gewechselt wurden. So kann man beim Mixen später eventuelle Lautstärken-Unterschiede zwischen Effekten komfortabler korrigieren, da bereits in gesonderter Spur.

Je Teil habe ich 3 bis 4 Takes gespielt, immer bis ich der Meinung war, zwei zu 80-90% gute Takes zu haben. Man bedenke nochmals: wir haben aufgrund persönlicher und äußerer organisatorischer Faktoren je Session nur begrenzte Zeit. Daher hielten wir den Anspruch, solange Takes zu spielen, bis alles zu 100% sitzt, nicht für angemessen bzw. nicht für realistisch. 

Zwischenspiel: Schneiden der Aufnahmen aus der ersten Session (6-7h)

Zwischen den beiden Proben lagen 6 Abende, die ich nutzte, die Spuren aus Session 1 zu schneiden. So konnte ich in der zweiten Session direkt auf „saubere“ Gitarre- und Bass-Spuren spielen. 

Session 2: Zweite & Dritte Spur Gitarre (3h)

Für diese Session stellten wir vor den Gitarren-Amp zusätzlich zum SM58 ein zweites Mikrofon, ein dynamisches Kleinmembran. Der Sound ergab sich als etwas „krisselig“ und höhenlastig. Das schien aber besonders bei Palm Mutes für schicke Betonungen zu sorgen. Mit diesem Setup spielte ich zunächst nur die verzerrten Teile ein. 

Für die cleanen (also nicht verzerrten) Teile ersetzten wir das Kleinmembran-Mikro durch einen Direct-Eingang, welches also vor sämtlichen Effekten und dem Amp abgenommen wird. Hier wollte ich mir die Option offenhalten, den Klang ggf. digital zu modellieren.

Wieder galt: 3-4 Takes je Teil, bis 2 halbwegs saubere dabei sind.

Zwischenspiel: Schneiden der Aufnahmen aus der zweiten Session (6-7h)

Hier fiel uns auf, dass gerade in den Clean Teilen die Kompression der Höhen bei der Basspur nicht stark genug war – man hörte auf der Bassspur auch die höheren Töne zu sehr. Live ist das kein Problem. Aber bei der Aufnahme mit mehreren Spuren kam es besonders bei Einzeltönen zu Unstimmigkeiten mit den zusätzlichen Clean-Gitarren aus Session 2 – eventuell auch zurückzuführen auf die 80%ige Qualität meines Spiels.

Wir beschlossen, eine dritte Session für „Clean Bass“ zu planen.

Session 3 (Bonus Runde): Bass für Clean Teile (1-2h)

Diese Session werden wir direkt bei Constantin zuhause aufnehmen. Ich bringe einen Bass mit, den wir direkt ins Interface stecken werden. So werde ich (voraussichtlich) nur die cleanen Teile neu mit Bass begleiten.

Wenn auch Session 3 nach Plan läuft, werden wir für unsere EP mit 5 Songs rund 22 Stunden für Aufnahme und Schnitt von Gitarre und Bass benötigt haben.

Der grobe Aufnahmeplan

Teil 1 von 10 (Übersicht hier)

Nachdem Max und ich vor ca. 2 Jahren (?) begonnen haben, zusammen Musik zu machen, hatten wir beide bereits viel Erfahrung mit dem Musizieren. Da geht es nicht nur um das Töne treffen und den Takt halten, sondern auch, was am Ende rauskommen soll. Und nachdem wir ca. drei oder vier grobe Songs fertig hatten, war uns auch klar, das wir das ganze halbwegs tauglich aufnehmen wollten.

Proberaum Aufnahmen

Die gemeinsamen Proben hatten wir direkt von Beginn an mit einem einfachen Stereo Audiorekorder (ich habe ein Olympus LS-5, den gibts nicht mehr aber es geht auch das Nachfolgemodell z.B. der hierAmazon Affiliate Link) aufgenommen, was super klappt, um Ideen festzuhalten. In den ersten Proben haben wir das Teil an verschiedenen Stellen hingelegt, ein wenig ausgepegelt (damit nichts übersteuert) und einfach drauflosgespielt. Nach einigen Proben hatten wir dann den Dreh raus, wussten wo der Rekorder stehen muss und dann einfach darauf geachtet, dass unsere Instrumente (Gitarre, Bass, Drums) gleich laut sind, damit wir einen ausgeglichenen Sound erhalten. Klassisches Problem bei solchen Aufnahmen: Klingt ok, drückt nicht, aber man hört jeden Fehler. Ideal für Probe-Mitschnitte. Dann abends schnell zuhause das MP3 in die Dropbox/GoogleDrive/OneDrive/whatever geschoben und beide haben Zugriff auf die Ideen. ✔

EP Aufnahmen?

Mit der Zeit kam Corona, damit auch weniger gemeinsames Proben, aber Zeit, sich für das “Zeug dahinter” zu interessieren. Wir haben zum einen Songs überarbeitet und Abläufe festgelegt (Ideen per MP3 und Datenaustausch hin und her), dazu hatte ich noch ein paar Songs mittels Oktapad / Midi Pad / Toontrack Superior Drummer nachgebaut. Im Nachhinein für mich total viel Zeit investiert, aber es klingt immer noch nach “Drumsample”-Schlagzeug, also nicht zu gebrauchen. Also musste ein Plan zum Aufnehmen her.

  1. Inventur: Wir besitzen folgendes (unsortiert): Bass Box & Amp mit Line Out, Gitarren Box & Amp mit Line Out, Standard Analog Schlagzeug mit zwei Toms, drei Crashbecken, zwei Stereo Recorder unterschiedlicher Generationen, zwei Overhead Mikros mit Phantompower, ein Shure SM58 und ein Noname Mikro, das aussieht wie ein SM57. Dazu kommt ein Stereo Interface für mein Notebook.
  2. Einschränkungen: Wir haben beide Zeit für eine wöchentliche Probe (ca. 3 Stunden), mehr nicht. Der Proberaum wird von anderen Personen im Laufe der Woche genutzt, also vorher aufbauen und hinterher wieder alles abbauen (is wichtig für später).
  3. Wie aufnehmen? Wir haben uns entschieden NICHT live aufzunehmen, sondern nacheinander die Dinge aufzunehmen. Dadurch können wir viel Zeit sparen, falls sich einer verzockt. Wir können das Gesamtergebnis besser beeinflussen, weil wir wenig Möglichkeiten hätten, die Spuren getrennt aufzunehmen. Bedeutet aber automatisch mehr Aufwand in der Post-Production.

Soweit so gut, nächste Woche mehr Details, wie wir aufnehmen.

Bis denn
Constantin

Willst Du dazu singen? [ ] ja, [ ] nein, [ ] vielleicht

Die Frage, oder vielmehr die Fragen, zu denen ich mir gerade so Gedanken mache und auf die ich in diesem Blog-Eintrag eingehen will: „Brauchen wir Gesang?“, „Können wir Gesang?“, „Wollen wir Gesang?“.

Brauchen wir Gesang?

Die ersten 5 Lieder sind fertig. Wir haben sie rein instrumental geschrieben, ohne dabei an Gesang zu denken. Trotzdem sind unsere Songs nach Pop-Strukturen mit Teilen wie Strophe, Chorus, Break, und Etwas, dass ich „Rock-Part“ nenne, aufgebaut. Würde man das erkennen, wenn man die Lieder (zum ersten Mal) hört? Merkt man „ah, das ist der Chorus!“ oder sogar noch besser „ah, jetzt kommt gleich der Chorus!“?

Man gab uns Feedback, dass die Lieder keinen Gesang brauchen und dass vielleicht auch gar kein Platz mehr dafür wäre.

Wenn man keinen Gesang hat, ist da mehr Raum für die Instrumente. Offenbar haben wir das ganz automatisch auch entsprechend genutzt. Wir wechseln und variieren die Teile meist nach nicht mehr als einer Wiederholung, denn sonst kamen sie mir meist spätestens bei einer zweiten Wiederholung abgenutzt vor.

Können wir Gesang?

Constantin und ich haben uns mit dieser Band vorgenommen, uns auch aus den Komfortzonen unserer bisherigen Banderfahrungen zu wagen. Ich z.B. spiele jetzt ein Instrument, welches ich noch nicht live gespielt habe, in einem experimentellen Setup (dazu mehr in einem späteren Blog-Eintrag). Zumindest aktuell fließt der Großteil meiner Aufmerksamkeit in das Spielen der Gitarre und das Schalten von Effekten. Der Rest geht in „Denk dran, gleich kommt der 2. Chorus aber die erste Viertel im dritten Durchgang ist eine vorgeschobene Pause!“. Natürlich kann man das einfach ganz oft und ganz viel üben. Aber die Frage ist dann: hab ich da Bock drauf?

Und damit kommen wir zur letzten Frage:

Wollen wir Gesang?

Und spätestens hier wird es wohl auch eine Frage des Geschmacks und der Laune.

Im Texten hab ich mich nie besonders wohl gefühlt. Die alten Texte aus meiner ersten Band wirken auf mich heute stets wie „zu viel gewollt“. Klar macht es auch manchmal Spaß zu Texten, aber so intuitiv wie eine Melodie oder einen Rhythmus für die Gitarre zu „schreiben“ ist es für mich bei weitem nicht. Ich find es ehrlich richtig anstrengend manchmal. Es ist ja schon ein teures Hobby, da muss es nicht auch noch anstrengend sein. 😅

Es gibt ja auch einige Bands, die ohne Gesang gut auskommen. Es gibt aber auch viele, die ich mir ohne Gesang nicht vorstellen kann. Bleibt also zu klären, wo wir uns da einsortieren wollen. Und wieviel wir dafür investieren wollen. Möglich wäre ja auch, Gesang nur in manchen Liedern einzubauen. Oder gar nur in manchen Teilen…

Ich bin sehr gespannt, wofür wir uns da noch entscheiden werden. 

Meine persönliche Tendenz im Moment:

[30%] Ja, [60%] Nein, [10%] Vielleicht.

Von Max, vor

Ich hab da auch so’n Plan…

Ich habe gerade die Schlagzeugspuren unsere Aufnahmesession von Mitte August zusammengeschnitten. Mehr Details dazu im nächsten Blog Eintrag.

Weil es schon spät ist hier nur ein kurzes Update über die kommenden Blogeinträge … ich schreibe es nur auf, damit ich selber nen anständigen Plan habe, was ich hier posten will, also:

  1. Der grobe Aufnahmeplan
    (was können wir wie aufnehmen?)
  2. Wie man mit wenig Equipment aufnimmt
    (Plan vs. Realität)
  3. Einspielen der “Schweinespuren”
    (Gitarren mit Klick von Max)
  4. Einspielen der Schlagzeugspuren
    (Schlagzeug von Con auf Schweinespur von Max)
  5. Zusammenschneiden der Schlagzeugspuren ◀ Das habe ich heute beendet.
    (Die richtigen Takes sichten, ggfls. bereinigen)
  6. Einspielen der Gitarrenspuren
    (Gitarren von Max auf Schlagzeugspuren von Constantin)
  7. Zusammenschneiden der Gitarrenspuren
    (Die richtigen Takes sichten, ggfls. bereinigen)
  8. Overdubs aufnehmen?
    (Schellenkranz, Gong, Gesang, Samples)
  9. Mixen
    (Lautstärken, Effekte, Panning, etc.)
  10. Mastern
    (Kein Plan, wie das geht – aber es gibt ja YouTube, nech?)

Wenn ich es schaffe, jede Woche einen Eintrag zu schreiben, sollten wir vielleicht am Ende mit der fertigen EP zur gleichen Zeit rauskommen wie diese Artikel? Mitte November 2020? Kein Plan – Ich hoffe wir schaffen es schneller!

Von Con, vor

Show your work!

So, dann fange ich hier mal an zu schreiben. Fühlt sich ein wenig komisch an, aber -hey- warum nicht? Habe in den letzen Tagen das Buch “Show your work!” von Austin Kleon gelesen. Ich hoffe, dass das Schreiben hier Früchte tragen wird und es (nicht nur mir sonder auch mehr Euch) hilft, wenn wir ein wenig genauer beleuchten, was wir mit dieser kleinen Band namens “Alpaca Staredown” anstellen. Hoffentlich habe ich jede Woche ein wenig Zeit, etwas mit Euch zu teilen. Das können Soundschnipsel sein, Bilder oder Videos. Einfache kurze Geschichten was wir machen und wie.

Ab der nächsten Woche will ich ein wenig zeigen, wie wir bei den Aufnahmen unserer ersten selbstproduzierten EP vorgehen. Wir planen fünf Songs aufzunehmen.

Bis später
Constantin