Wie unsere Songs entstehen – Teil II

In Teil I dieser kleinen Reihe sprach ich über das Sammlen und erarbeiten von Ideen und das Schreiben von Teilen.

Wie gelesen, erarbeite ich mir schließlich durch unplugged Spielen und Fantasieren des Liedes im Kopf Teil für Teil und hänge diese einfach erst einmal hintereinander. Sobald ich drei bis vier Teile habe, fange ich mir an darüber Gedanken zu machen, welche Teile hier “Strophe”, “Chorus”, “Rockpart” oder “Break” sein könnten. Wenn ich die Teile dann so hintereinander hänge und spiele, entsteht häufig ein Grundgerüst, mit dem man dann schon mal als Entwurf arbeiten kann. Häufig sieht das nach einem der gängigen Schemen aus z.B.:

Rockpart, Strophe, Pre-Chorus, Rockpart, Strophe, Pre-Chorus, Chorus, Break, Rockpart (variiert)

(wie z.B. in „Chase“)

Oder

Strophe, Rockpart, Strophe, Pre-Chorus, Chorus, Break, Rockpart, Chorus

(wie z.B. in „Hide/Seek“)

Oder

Chorus, Strophe, Pre-Chorus, Rockpart, Strophe, Break, Outro

(wie z.B. in „NG+“)

Man beachte, dass in den meisten Fällen Intro und Outro noch nicht dabei sind – dazu komme ich später. Diese Schemen lösen wir im Laufe des Songwritings manchmal auch auf, oder fügen noch Teile ein. Ich versuche immer darauf zu achten (gelingt nicht immer), dass sich ein roter Faden erkennen lässt und Teile, selbst wenn sie später noch mal variiert auftauchen, irgendwie wiederzuerkennen sind.

Dann mache ich mich dran, das ganze mal Quick und Dirty aufzunehmen (meiste via Handy direkt in Garageband (iOS)). Ich touche mir ein einfaches Schlagzeug dazu und schicke den Entwurf dann Constantin zu. Dabei erstelle ich ihm eine Version mit und eine ohne Schlagzeug. Constantin hört sich dann erst einmal die Version ohne Schlagzeug an und probiert, welche Beats dazu passen könnten. Wenn ihm mal nichts einfällt oder er wissen möchte, wie ich mir den Teil vorgestellt habe, hört er sich die Version mit Schlagzeug an. Wenn wir uns dann später gemeinsam an das Lied setzen (während des Lockdowns geschieht das via Videochat), gehen wir zusammen Teil für Teil durch und überlegen, ob wir wirklich alle brauchen – häufig schmeißen wir hier noch mal gut 30% des Liedes in den Recycling-Tonne, um diese Teile eventuell für ein anderes Lied wiederzuverwerten.

Übergänge

Wenn wir die Lieder im Proberaum dann tatsächlich mal spielen, üben wir zunächst zusammen jeden Teil, bis er halbwegs sitzt. Dann stecken wir die Teile zusammen und hier passiert dann das, was mir beim Songwriting fast am wichtigsten ist: die Übergänge. Es gibt viele Möglichkeiten, Teile aneinanderzuhängen, z.B.:

·         Durch ein Schlagzeug-Fill am Ende eines Teils

·         Durch Einleiten der Melodie vom nächsten Teil im vorherigen Teil

·         Durch Abändern des Riffs in der letzten Wiederholung, wobei man die Töne oder den Rhythmus schon mal an den nächsten Teil anpasst

·         Durch eine Bridge, z.B. 2-4 Taktschläge, die einfach dazwischen gesteckt werden und mit einem Lauf oder Rhythmus oder Beat gefüllt werden

·         Durch ausklingen lassen des Riffs, zu dem der Beat des nächsten Teils einsetzt

Manchmal geschieht das ganz zufällig – und das sind oft die besten Übergänge. Manchmal knobelt man daran sehr lange. Manchmal länger, als eine Probe dafür zulässt. Deshalb nehmen wir, sobald wir einen Teil oder auch eine Reihe von Teilen halbwegs sauber zusammen spielen können, das Ganze mit einem mobilen Rekorder (Raummikrofon) auf. Diese Aufnahme hören wir uns dann wieder so oft an, bis neue Ideen kommen. Das sorgt entweder dafür, dass wir das Lied noch mehr reduzieren, wir gute Lösungen für Übergänge finden, oder feststellen, dass wir das Lied bisher ganz falsch verstanden haben. Dann kann man mal probieren, was passiert, wenn man den Effekt wechselt – statt verzerrt spielt man mal clean, oder statt des ganzen Akkords nur den Basston, oder einen Teil nur den Bass spielen lassen, oder nur die Gitarre. Hier kann man einfach ausprobieren, und weil das zu zweit mit einer Gitarre und einem Schlagzeug so einfach ist zu jammen, kann man selbst an den Tonfolgen einfach mal während des Spielens rumschrauben. 

Aus einer guten Bridge bzw. einem guten Übergang lässt sich dann am Ende auch sehr häufig schon das Outro formen. Einfach an den jeweiligen Teil wieder die entsprechende Bridge oder Übergang hängen, mit passendem abschließenden Ton und Beat versehen, fertig.

Intro/Outro

Ironischer Weise entsteht das finale Intro meistens erst ganz am Ende vom Songwriting. Für mich (und vermutlich ist es so generell vorgesehen) dient das Intro dazu, schon mal einen Vorgeschmack zu liefern. Da gibt es wieder verschiedene Ansätze, die je nach Lied oder Geschmack genutzt werden könnten:

·         Die Töne der Break anklingen lassen, clean statt verzerrt

·         Den Rockpart zwei Takte anspielen nur auf Gitarre oder Bass anspielen, dann den Rockpart voll Möhre hinter her

·         Nur einen Teil des Rockparts als Wiederholung zu einem Intro bauen, in dem man dabei immer Laute wieder

·         Den Chorus oder die Strophe clean spielen

·         Die Beat des ersten Teils anspielen

Der Fantasie sind wie immer keine Grenzen gesetzt, und jede dieser Möglichkeiten hat eine andere Wirkung. Wenn man eine melodische Break clean und mit viel Gefühl und Zeit gespielt an den Anfang eines Lieder setzt, erzeugt das bei mir das Gefühl von “das ist das große Ziel, auf das das Lied hinaus will, da müssen wir hinkommen”, während z.B. den Rockpart als Intro zu nehmen meist weniger verträumt und dafür aggressiver wirkt. Den Chorus als Intro z.B. in weich gespülter Form zu nehmen kann dazu führen, dass man sich gleich mit “Thema” bzw. der Stimmung des Songs vertraut machen kann.

Das Outro dagegen soll für mich dafür sorgen, dass man die vertrauten Teile aus dem Lied jetzt hübsch verpackt abliefert wie ein Abschiedsgeschenk.
In viele Liedern kommen wir da ganz intuitiv hin. Eine Chorus noch mal spielen nur mit mehr Becken und mehr Tönen und lauterer Anschlagdynamik oder offenerem Rhythmus ist eine recht gängige Variante. Oder man schnappt sich den Rockpart noch mal, spielt davon nur eine Teil und ohne aufregende Grundtonwechsel im Loop. Wichtig ist für mich hier immer, dass 1. das Outro nicht komplett aus heiterem Himmel kommt – ich löse das gern damit, dass ich aus dem Lied bereits bekannte Übergänge nutze – und 2. das Lied auch nicht einfach schlagartig aufhört. Manche finden das gut und wollen damit überraschen. Ist auch witzig, aber für mich hinterlässt das häufig ein unbefriedigendes Gefühl – dabei bin ich aber keineswegs abgeneigt von einem offenen Akkord oder Ton am Ende.

Und damit möchte diese zweiteilige Reihe des Blogs gerne abschließen. Am Ende sollen diese ganze Dinge nur für Ideen sorgen und eurer Kreativität eine Anstoß geben, falls ihr mal beim Songwriting nicht weiterkommt.

Lasst uns doch gern per Kommentar wissen, wie das für euch funktioniert, oder auch, wie ihr das Songwriting angeht. Wir freuen uns über jegliche Feedback und regen Austausch! 🙂

Wie unsere Songs entstehen – Teil I

Frohes neues Jahr allerseits! Schön, dass Ihr auch dieses Jahr wieder unseren Blog besucht! In den nächsten Einträgen zum Thema Songwriting möchte ich ein bisschen darüber schreiben, wie unsere Songs entstehen. Dabei gehe ich sowohl auf das Schreiben einzelner Teile als auch auf Songstruktur ein.

Wie Ihr in einem unserer früheren Blogeinträge schon lesen und auf unserer ersten EP hören konntet, haben wir uns bislang eher gegen Gesang entschieden. Daran hat sich bislang auch nichts geändert – kurz gesagt würde es einfach zu erzwungen sein (nicht wirklich Lust dazu, nicht wirklich Zeit dafür, nicht wirklich das Talent dafür, nicht wirklich das Equipment dafür). Logischerweise geht es in diesem Artikel also auch nicht um das Texteschreiben oder Gesangsmelodien. Und so werden die Lieder auch nicht anhand eines Textes geschrieben, wz.B. “trauriger Text = trauriges Lied” oder so.

Wir fangen in den meisten Fällen mit einem Gitarren-Riff an. Für einen Großteil der Songs auf der EP konnte ich dafür auf einen Vorrat von Riffs und Liedern zugreifen, die ich vor vielen Jahren mit GuitarPro (v3), einem Tabulator-Programm, geschrieben hatte, welche ich nun endlich von ihren MIDI- und RSE-Fesseln befreien konnte.

Ob ich nun aber ein neues Riff schreibe oder es aus dieser alten Sammlung hole, die ersten Tage spiele ich es immer wieder unplugged auf meine E-Gitarre zuhause. Das hat für mich gleich mehrere Effekte:

  1. es ist super unkompliziert und zu jeder Uhrzeit möglich, auch mal zwischendurch. So komme ich viel dazu, das Riff immer wieder zu spielen und zu verinnerlichen.
  2. Ich übe das Riff und finde heraus, wie ich es am besten spielen kann. Wenn ich beim Üben merke, dass ich bestimmte Sachen nicht hinbekomme (entweder, weil das Lied von damals eben am Computer geschrieben wurde, ohne Rücksicht darauf, ob das überhaupt möglich ist :D, oder weil ich einfach noch nicht so weit bin), dann probiere ich aus, ob man hier und da einen Ton weglassen oder ersetzen kann – so entstehen
    manchmal auch ganz zufällig neue Rhythmen und Melodien.
  3. Ich bin noch frei und unvoreingenommen von Effekten und Lautstärke, sodass ich mich mehr auf Rhythmus und Melodie konzentrieren kann.
  4. Ich bekomme ein Gefühl dafür, wonach sich das Riff anhört – ist es eher was langsames oder was schnelles, was aggressives oder was melancholisches, was für ein Beat und welches Tempo der Snare könnte dazu passen?

Immer, wenn ich dann mal nicht gerade an der Gitarre sitze, gehe ich das Riff im Kopf durch und hänge Melodien und Rhythmen vor oder hinter den Teil, einfach aus dem Gefühl heraus. Hier sei kurz erwähnt, dass ich bis auf den Musikunterricht aus 1-9. Klasse keinerlei musikalische Ausbildung genossen habe, und mich hier nur auf mein Gehör verlassen kann, welche Töne gut dazu passen könnten.

Welche Töne das sind, probiere ich später wieder auf der Gitarre aus. Merke ich, dass es auf jeden Fall tiefer werden muss, ich aber auf der Gitarre nicht tiefer komme (Drop-D Tuning), dann probiere ich einfach aus ob ich alles ein paar Bünde höher spielen kann – manchmal gibt es dem Riff auch einen gänzlichen neuen Klang. Alternativ probiere ich, ob man statt tiefer zu gehen auch einfach die nächsthöhere Oktave nimmt, entweder für das ursprüngliche Riff oder die dran gehangenen Töne und Teile – beides kann wiederum einen ganz anderen Effekt haben.

Dieser ganze Schritt sorgt dann dafür, dass ich das Riff bei Wiederholungen variieren kann, Ideen für Übergänge finde, und auch merke, was für ein Teil davor oder dahinter kommen könnte und wie sich das Riff in ein Lied einfügen könnte.

Bei Wiederholungen von Riffs gibt es übrigens auch mehrere Möglichkeiten, um einen einzelnen Teil zu bauen. Folgende Kombinationen haben wir bereits auf der EP ausprobiert (jeder Buchstabe steht quasi für eine Variante des Riffs innerhalb eines Teils des Songs):

AAAB (Rockpart von Hide/Seek)

ABAC (Rockpart von Chase)

AABA AACB (Break von Escape)

Manchmal sorgt aber auch schon das Austauschen eines einzigen Tons dafür, dass ein Riff bei seiner Wiederholung eine ganz andere Stimmung bekommt. In einem Lied, an dem wir aktuell arbeiten, spiele ich bei der Wiederholung den dritten Ton im ersten Takt nur einen Halbton tiefer, und schon gibt das dem Riff eine ganz andere Stimmung, was aber nur funktioniert, weil es beim ersten Durchlauf eben nicht so gespielt wird.

Im nächsten Beitrag zu dem Thema werde ich dann auf Struktur, Übergänge zwischen Teile, sowie Intro und Outro eingehen.

<Abschiedsformel einsetzen>
Max

Zusammenschneiden der Schlagzeugspuren

Teil 5 von 10 (Übersicht hier)

Oh ha, da hat mein Plan doch nicht so funktioniert, wir geplant. Eigentlich wollte ich jede Woche etwas schreiben, aber in diesen Zeiten ist alles etwas anders. Wir haben einen zweiten Lockdown, Weihnachten mit der Familie alleine zuhause spart zwar das Fahren, aber die Geschenke wollen trotzdem besorgt und verschickt werden. Hier nun also mit drei-wöchiger Verspätung der nächste Blogeintrag.

Schlagzeugspuren schnippeln also? Ok, ich versuche mich kurz zu fassen. Nachdem wir einen Abend lang das Schlagzeug aufgenommen hatte, gab es folgenden Output:

  • 2 1/2 Stunden Aufnahme vom Schlagzeug, insgesamt sechs Spuren in Mono aka 15 Stunden Aufnahme.
  • Digitale Notizen von Max mit Zeitstempeln, wann welcher Song / Take anfängt, ggfls. mit Hinweisen, welche Takes besonders gut waren.

Als Tool benutze ich REAPER, eine super DAW (Digital Audio Workstation), in denen ich meine Aufnahmen arrangieren, schneiden und mit Effekten versehen kann. Ich bekomme keine Geld von denen, hatte mir vor zwei Jahren eine 60Euro Lizenz gekauft, das Teil kann (fast) alles. Nachdem ich Reaper gestartet hatte, habe ich erstmal alle sechs 2 1/2 Stunden Spuren untereinander in eigene Spuren gelegt, damit ich mir in Ruhe alle Takes anhören konnte.

Erstes Problem: Eins der drei Aufnahmegeräte (man erinnere sich: Sechs Mono-Spuren aus 1x Stereo Recorder, 1x Stereo Recorder, 1x Audio Interface am Notebook) hat ein leicht anderes Tempo als die anderen beiden. Klingt erstmal übel und ich habe mich auch einen Moment geärgert, aber keine Sorge, wir machen hier ein einfaches Demo, da muss man doch was drehen können. Der Unterschied betrug ca. 10 Sekunden auf einer 2 1/2 stunden-lange Aufnahme, das ist heutzutage leicht zu beheben. Reaper erlaubt das Verlängern / Verkürzen der Aufnahmen bei gleichbleibender Tonhöre. Also habe ich die sechs Spuren beim “ersten Ton” gleich ausgerichtet, dann ans Ende gescrollt und die beiden “zu langen” Spuren etwas schneller abgespielt, so dass der letzte Ton auch aufeinander liegt. Kurz drei Stellen herausgepickt und angehört, klingt prima! ?

An der Stelle sei gesagt, das hier auch das Glück geholfen hat. Wir haben vorher KEINE Test bezüglich der Aufnahme-Qualität oder ähnliches gemacht. Einfach auf die Geräte vertraut und zweimal geschaut, ob sie aufnehmen. Mehr nicht. Gott-Sei-Dank haben wir uns dafür entschieden, den ganzen Aufnahme-Abend als “ein Take” aufzunehmen, ich will nicht wissen, wie viel Arbeit es gewesen wäre sowohl beim Aufnehmen die drei Geräte synchron ein-/auszuschalten und dann auch noch hinterher alles geradezurücken. Dann hätte ich bestimmt auch nicht die Zeitverzögerung bemerkt und ein unbestimmtes “da klingt es irgendwie komisch” hätte uns die Aufnahmen verhagelt.

Als nächstes musste ich die Songs in einzelne Takes unterteilen, nach ca. 2 Stunden hatte ich alles aufgedröselt, die jeweiligen Takes als “Subgruppe” definiert und jeder Song war ein eigenes REAPER Projekt, in der die jeweiligen Takes “aufeinander” lagen, damit ich zwischen den Teilen wild wechseln konnte. Das war natürlich nur möglich, weil wir mit Klick / Metronom aufgenommen hatten.

Anhang der Aufzeichnungen von Max habe ich mir die Takes markiert, die “am besten” waren, habe sie in Ruhe durchgehört und mir erneut Notizen gemacht, wo etwas nicht sauber, unschön und einfach falsch war.

Weitere 4-6 Stunden später (und mit der Hilfe von Max, der echt das bessere Gehör hat) waren die Songs zusammengeschnippelt. Der beste Take war meist zu 80%-95% korrekt und dadurch das für jeden Song mindestens noch zwei weitere Versionen vorhanden waren, konnte ich dann entsprechende Übergänge bauen und die Stellen flicken. Das ist beim Schlagzeug manchmal sehr schwierig, da kann schon ein unterschiedlich gespieltes Becken den Klang so verändern, dass ein harter oder weicher Übergang nicht möglich ist. Entweder muss man dann viele Takte vorher schon wechseln oder einen gänzlich anderen Take nehmen. Das ist dann wieder meiner Ungenauigkeit beim Spiel geschuldet (ich entscheide manchmal spontan ob ich das kleine oder das große Crash Becken spiele… vielleicht sollte ich das lassen).

Und das Ergebnis? Fünf Schlagzeug Spuren, welche noch nicht gemischt sind, aber sauber eingespielt klingen. Für einen Abend Einspielens und einen Arbeitstag (verteilt auf viele Abende) doch ganz ok. Dann sind wir soweit und können die Gitarren aufnehmen. Aber darüber schreibe ich dann beim nächsten Mal.

Gehabt Euch wohl, eine guten Rutsch und bis in 2021!

Einspielen der Schlagzeugspuren

Teil 4 von 10 (Übersicht hier)

Im letzten Eintrag ging es um die Schweinespuren, die als Vorlage für die eigentlichen Aufnahmen dienen sollen. Max hatte an einem Abend alle fünf Songs eingespielt, der Sound war Nebensache, Hauptsache das Timing und der Aufbau waren korrekt.

Nun gehts also “richtig los”, wir müssen anständig aufnehmen, alles muss sitzen. Aber Gott-sei-Dank haben wir kein Studio gebucht, teures Equipment gemietet oder sonstiges. Kein Druck also. Wie bereits erwähnt, wollten wir die EP einzeln aufnehmen. Das bedeutet, dass wir zuerst das Schlagzeug aufnehmen, danach Gitarre und Bass und es hinterher am Rechner übereinander legen und mischen. Die Alternative wäre gewesen, alles aufzubauen und zu verkabeln und dann den Gesamtsound im Proberaum aufzunehmen. Das kann auch seinen Reiz haben, verlangt aber folgendes:

  1. Einen guten Raumsound (nicht zu hallig, nicht zu trocken)
  2. Sehr gute Ausrichtung und Einstellung der Mikrofone, damit das finale Signal am Rechner die Lautstärken, das Links/Rechts-Verhältnis und die Dynamik einfängt
  3. Sauber eingespielte Musiker *hust*, die die Songs mal eben derbe runterocken, ohne große Verspieler (ehrlich gesagt würde mir das am wenigsten Sorgen bereiten, ganz ehrlich)
  4. Die Nachbearbeitung am Rechner wäre sehr eingeschränkt, da man immer das komplette Stereosignal bearbeitet und Kleinigkeiten wie z.B. eine leicht zu leise gespielte BassDrum wesentlich schwierig ausbessern kann.
  5. Man braucht mehr Equipment & Menschen für das gleiche Ergebnis (mindestens zwei Raum Mikros, dann mindestens vier dedizierte Mikrofone für das Schlagzeug und nochmal zwei Mikros für die Gitarre. Der Bass kann direkt das Signal aus dem Amp bekommen, das wäre ok. Und wir bräuchten eine Person, die die Aufnahme bewacht, mischt, aktiv hinhört.

Während wir Punkt 2 und 3 vielleicht noch mit ein wenig mehr Proben und Ausprobieren lösen können, geht nichts bei Punkt 1, 4 und 5. Wir haben kein anständiges Mehrkanalmischpult, mehr als vier Kanäle kriegen wir nicht gemischt.

Wie habt ihr nun letztendlich das Schlagzeug aufgenommen?

Wie ich in einem früheren Beitrag schonmal erläutert haben, haben wir folgendes gemacht:

  1. Ein SM58 als Mikrofon für die Kick
  2. Eine SM58-Kopie als Mikrofon für die Snare.
  3. Zwei aktive Overhead-Mikros für je ein Tom (mid + low)
  4. Die eingebauten Mikros meines Stereo Audiorekorder für den Gesamtsound (Becken und Raum und Bleed)

Ergibt sechs Mono-Kanäle, die auch erstmal aufgenommen werden wollen. Max hat auch ein Stereo Audiorekorder, daran kamen die beiden Overhead Mikros. Und die Signale von Kick und Snare gehen in mein Stereo USB Interface.

Somit haben wir 3x 2 Spuren für das Schlagzeug. Dadurch kann ich hinterher am Rechner alle Signale einzeln mischen (schreibe ich später noch etwas drüber), habe aber den Nachteil, dass ich alles anständig übereinander legen muss (da gabs später noch ein kleines Problem).

Nach dem Verkabeln, haben wir einige kurze Soundtests gemacht, um festzustellen, ob die Signale laut genug, nicht zu laut und halbwegs ok klingen. Ein “steiles” Mikro auf den Rand der Snare klingt seehr anders als ein Mikro im 45° Winkel, welches auf die Mitte ziehlt.

Um den Aufwand das “Aufeinanderlegens” zu reduzieren (und auch um beim Aufnehmen an sich Zeit zu sparen), haben wir uns entschieden, alle drei Geräte nacheinander einzuschalten (“Aufnahme läuft!”) und dann gebe ich am Anfang der ganzen Session ein eindeutiges Zeichen (viermal laut Anzählen.

Und dann gehts los. Ich habe mir die Kopfhörer aufgesetzt, daran angeschlossen mein Smartphone mit den Schweinespuren von Max Gitarre. Und dann einfach mitgespielt. Pro Song zwei bis vier Takes, meistens war der dritte ganz gut. Max hat sich dazugesetzt und Notizen gemacht, basierend auf der Uhrzeit (“guter Take”, “gutes Ende”) und mir auch direkt Feedback gegeben, wenn etwas nicht richtig klang oder nicht rund lief. Das war sehr hilfreich, sowohl direkt während der Aufnahmen, als auch hinterher beim Zusammenschneiden.

Und was wir dann mit diesen sechs zwei-stündigen Mono-Spuren gemacht haben, erfahrt ihr nach der nächsten Maus in dem nächsten Beitrag. ?

Einspielen der “Schweinespuren”

Teil 3 von 10 (Übersicht hier)

Ok, die EP ist draußen, jetzt mal ein wenig darüber schreiben, wie wir das gemacht haben, dies ist Teil 3 von 10. Der Rest folgt nun in naher Zukunft. Hier aus der Realitätscheck zu unseren bisherigen Planungen:

“Schweinespuren” oder “Dirt Tracks” sind ne super Erfindung, finde ich zumindest als Schlagzeuger, der selten übt, aber gerne probt. Mein größtes Problem bei “echten Aufnahmen” ist immer das gleiche: Ich orientiere mich zu sehr an den anderen Instrumenten, dem Gesang oder den Wörtern. Ich weiß genau, wann die Steigerung kommt, wann der Refrain einsetzt und so weiter. Ich habe das im Gefühl, ich zähle NIE (ja, da werden etliche Schlagzeug-Lehrer aufschreien). Egal, es funktioniert gut so. Abgesehen von der Aufnahme-Situation.

Um das zu Umgehen, hatte ich schon unterschiedlichste Ideen. Bei der ersten Studioaufnahme stand unser Sänger hinter mir und hat die Gitarren und Strophen ins Ohr gesungen, damit ich wußte, wo ich bin. Bei einem anderen Demo hat mir der Bassiste immer Zeichen gegeben, was als nächstes kommt (wobei mehr als die Hälfte der Zeit für das Absprechen der Signale draufging).

Nun also halbwegs professionell mit Dirt Tracks? Was ist das überhaupt? Es ist eine teils unsaubere, weil schnell eingespielte, Version des Songs. Das kann ne komplette Live Aufnahme aus dem Proberaum sein. Ein aufgehübschtes Metronomsignal mit einem Instrument oder auch wieder der Sänger oder ich selber, der mir das Lied vorsingt. Das wird einfach vorher aufgenommen, am besten natürlich mit Klick, damit keine großen Temposchwankungen eingebaut werden.

Für Alpaca Staredown hat sich Max bereit erklärt, alle Songs an einem Abend auf Klick (aka Metronom mit dem richtigen Tempo) einzuspielen. Aufbau geht mit den einfachsten Mitteln. Metronom besorgen (z.B. als App für das Telefon oder direkt in der DAW) und per Kopfhörer zu Max. Ein Mikro vor den Amp (fast egal wo) oder auch den Direct Out verwenden, wenn vorhanden. Die Qualität des Signals ist mir fast egal, solange ich hören kann, wo ich bin. Da sind auch kleiner Verspieler egal, solange der Aufbau stimmt.

Hat dann auch super geklappt. Fünf Songs inkl. Umstellen des Tempos am Rechner und kurzes Anhören des Signals und nach zwei Stunden war alles fertig.

Im nächsten Blog Eintrag könnt ihr dann lesen, ob das so geklappt hat, wie gedacht… ??

Die EP ist da!

Hallo zusammen, in den letzten Wochen gab es wenig hier im Blog, aber vielleicht habt ihr das ein oder andere Bild bei Instagram oder Twitter gesehen. Wir waren fleißig und haben uns am Computer die Finger wundgeklickt und unsere Songs zu Ende gemischt. Das Ergebnis ist seit heute Nacht, am Donnerstag der 05 Nov 2020, auf Bandcamp zu hören!

Passend dazu haben wir unsere Seite angepasst, ihr findet dort den Bandcamp Player, um die Songs zu hören. Nebendran eine aktualisierte Spotify Playlist mit Songs, die wir mögen und einen Spenden-Button, falls ihr uns einmalig oder monatlich unterstützen wollt.

Was kommt als nächstes? Constantin muss noch ein wenig über die Produktion schreiben, da fehlen noch etliche Texte. Dann wollen wir (wenn möglich) die Songs auch auf alle digitalen Plattformen veröffentlichen, damit ihr sie auch beim Joggen, in der Bahn oder bei der Arbeit hören könnt.

Ein “physical release” ist auch angedacht, aber da wir in den nächsten Wochen erstmal keine Auftrittsmöglichkeiten sehen, warten wir noch ein wenig und arbeiten im Hintergrund an einer “echten CD” mit Booklet und vielleicht einer kleinen Release Party. Wir werden sehen.

Fast fertig…

Die letzten Wochen fühlten sich wieder ein bisschen an wie Lockdown – statt in den Proberaum zu fahren und bei M&Ms (die gelben) an den Instrumenten zu arbeiten, haben wir uns zuhause eingesperrt und am Mix unserer EP gearbeitet.

Das waren einige recht lange Abende, daher bekomme ich die Erfahrungen und Erkenntnisse, die wir beim Mixen und Mastern sammeln durften, nur noch in Stichpunkten zusammen:

  • Frequenzen abschneiden ist super wichtig!
  • (Mehr) Reverb auf die Gitarren zu legen sorgt dafür, dass die Gitarren “echter” klingen und sich mehr in den Mix einfügen.
  • Die “krisselige” Gitarrenaufnahme des dynamischen Mikrofons haben wir etwas leiser und zentriert unter die beiden anderen Gitarrenspuren gemischt – alleine klingt die Spur richtig fies, aber im Mix sorgt sie besonders bei Palmmutes für einen speziellen Touch.
  • Man kann in etwa 90 Minuten ein 20 Sekunden Intro basteln.
  • Samples via Midi-Trigger unter Bassdrum und Snare zu mischen kann für mehr Definition sorgen – wenn man nicht möchte, dass das nachher zu mechanisch und nach “Computer-Drums aus der Dose” klingt, darf man’s hier nicht übertreiben – so geil die Samples auch klingen mögen, wir haben sie nach und nach herunter gedreht. Mit unseren Aufnahmemöglichkeiten haben wir so aber noch etwas mehr aus dem Sound herausholen können, ohne den Originalsound zu stark zu beeinflussen.
  • Lautstärken zu mischen macht mich wahnsinnig. Ist mir die Gitarre jetzt nur deshalb zu leise, weil ich gerade gern mehr von dem hören würde, was ich da gespielt habe? Sind die Becken an dieser Stelle nur zu laut, weil ich gerade darauf achte? Ist das Lied wirklich lauter als die anderen, oder wirkt das nur wegen den Dramatik und Dynamik in dem Riff so? Was ist “Geschmackssache” und was ist “ja, da muss wirklich was lauter oder leiser gemacht werden”? Fand ich echt schwierig. Durch das Feedback von Freunden haben wir hier aber denke ich letztlich doch einen guten Mix hinbekommen.
  • Gesang würden wir zumindest in diesen 5 Songs nicht unterkriegen.
  • Unsauber einspielen spart Zeit beim Recording, benötigt dann aber viel Zeit beim Schnitt. Da wir auch nur begrenzte Recording-Zeit hatten, konnten wir damit aber gut leben.
  • Über Zoom eine Mixing-Session zu machen kann richtig Spaß machen! Wir danken an dieser Stelle noch einmal Domi für die großartigen Tipps und Tricks!
  • Statt EQs haben wir auf unserer Masterspur “Saturation” genutzt, das hat dem Sound mehr Dynamik gegeben und die Instrumente noch einmal mehr vereint.

Jetzt sind wir eigentlich soweit zu sagen, noch einmal drüber hören, und dann fertig. Was kommt also als nächstes? Zunächst mal noch mehr Stichpunkte!

  • Beta-Titel der Songs überarbeiten
  • Ideen für EP-Cover sammeln und ausarbeiten
  • Namen für EP überlegen
  • Distribution der EP organisieren
  • Werbung machen

Wie man mit wenig Equipment aufnimmt

Teil 2 von 10 (Übersicht hier)

Vor zwei Wochen habe ich den groben Aufnahmeplan beschrieben, wir werden konkreter. Wir hatten uns für Einzelspuren entschieden, das macht bei der Aufnahme vieles einfacher (und auch schneller, Fehler sind leichter auszubügeln). Also los geht’s:

Hier zu sehen die Übersicht für das Schlagzeug. Wir werden sechs Mikrofone benutzen, um (hoffentlich) einen ausgewogenen Klang zu erreichen und auch die Snare und die Kick anständig mischen zu können.

  1. SM58 für die BassDrum / Kick (ins Notebook Interface)
  2. SM57-Double für die Snare (auch ins Notebook Interface)
  3. Zwei Overhead Mikros für die Toms (ein Mikro pro Tom), eingespeist links (Tom1) und rechts (Tom2) in Max Stereo Recorder
  4. Mein Stereorekorder auf einem kleinen Stativ auf einem Stuhl vor dem Schlagezeug.

Damit sollten wir in der Theorie genug Material haben. Guten Stereosound des Sets (inklusive Becken und Raum) mit meinem Rekorder, Details für alles außer der Becken mit den vier Mikros. Nach der Aufnahme sollten wir sechs Spuren haben:

  1. Kick
  2. Snare
  3. Tom 1
  4. Tom 2
  5. Stereo L
  6. Stereo R

In der Saitenfraktion ist es etwas einfacher:

Amp mit den normalen Einstellungen, zwei Mikros direkt vor den Amp gestellt, ein wenig an Position und Entfernung gespielt und nach Gehör entschieden, was gut klingt. Benutzt haben wir das SM58 und das SM57-Double, beides per Audio Interface in den Rechner.

Im nächsten Teil dann dann ein wenig mehr Geschichten aus dem Paulanergarten Proberaum und wie gut die Aufnahme dann wirklich funktioniert hat.

Bis denne
Constantin

EP Recording Update – Gitarre & Bass

Session 1: Gitarre & Bass (3h)

Da wir im Live Setup die Gitarre über einen Splitter gleichzeitig in einen Gitarren- und einen Bass-Amp mit vorgeschaltetem Octaver schicken, hatten wir uns bei der Aufnahme dazu entschieden, in Session 1 ebenfalls beide Signale parallel aufzunehmen. So sollte zumindest in der Basis der „Original“-Klang dieses etwas spezielleren Setups erhalten bleiben.

Das ging auch ganz gut: unser SM58 (leider nicht 57, wie sonst empfohlen) vor den Gitarren-Amp, dazu der DI-Out aus dem Bass-Amp. 

Eingespielt habe ich meist Teil für Teil, besonders dann, wenn Effekte gewechselt wurden. So kann man beim Mixen später eventuelle Lautstärken-Unterschiede zwischen Effekten komfortabler korrigieren, da bereits in gesonderter Spur.

Je Teil habe ich 3 bis 4 Takes gespielt, immer bis ich der Meinung war, zwei zu 80-90% gute Takes zu haben. Man bedenke nochmals: wir haben aufgrund persönlicher und äußerer organisatorischer Faktoren je Session nur begrenzte Zeit. Daher hielten wir den Anspruch, solange Takes zu spielen, bis alles zu 100% sitzt, nicht für angemessen bzw. nicht für realistisch. 

Zwischenspiel: Schneiden der Aufnahmen aus der ersten Session (6-7h)

Zwischen den beiden Proben lagen 6 Abende, die ich nutzte, die Spuren aus Session 1 zu schneiden. So konnte ich in der zweiten Session direkt auf „saubere“ Gitarre- und Bass-Spuren spielen. 

Session 2: Zweite & Dritte Spur Gitarre (3h)

Für diese Session stellten wir vor den Gitarren-Amp zusätzlich zum SM58 ein zweites Mikrofon, ein dynamisches Kleinmembran. Der Sound ergab sich als etwas „krisselig“ und höhenlastig. Das schien aber besonders bei Palm Mutes für schicke Betonungen zu sorgen. Mit diesem Setup spielte ich zunächst nur die verzerrten Teile ein. 

Für die cleanen (also nicht verzerrten) Teile ersetzten wir das Kleinmembran-Mikro durch einen Direct-Eingang, welches also vor sämtlichen Effekten und dem Amp abgenommen wird. Hier wollte ich mir die Option offenhalten, den Klang ggf. digital zu modellieren.

Wieder galt: 3-4 Takes je Teil, bis 2 halbwegs saubere dabei sind.

Zwischenspiel: Schneiden der Aufnahmen aus der zweiten Session (6-7h)

Hier fiel uns auf, dass gerade in den Clean Teilen die Kompression der Höhen bei der Basspur nicht stark genug war – man hörte auf der Bassspur auch die höheren Töne zu sehr. Live ist das kein Problem. Aber bei der Aufnahme mit mehreren Spuren kam es besonders bei Einzeltönen zu Unstimmigkeiten mit den zusätzlichen Clean-Gitarren aus Session 2 – eventuell auch zurückzuführen auf die 80%ige Qualität meines Spiels.

Wir beschlossen, eine dritte Session für „Clean Bass“ zu planen.

Session 3 (Bonus Runde): Bass für Clean Teile (1-2h)

Diese Session werden wir direkt bei Constantin zuhause aufnehmen. Ich bringe einen Bass mit, den wir direkt ins Interface stecken werden. So werde ich (voraussichtlich) nur die cleanen Teile neu mit Bass begleiten.

Wenn auch Session 3 nach Plan läuft, werden wir für unsere EP mit 5 Songs rund 22 Stunden für Aufnahme und Schnitt von Gitarre und Bass benötigt haben.

Der grobe Aufnahmeplan

Teil 1 von 10 (Übersicht hier)

Nachdem Max und ich vor ca. 2 Jahren (?) begonnen haben, zusammen Musik zu machen, hatten wir beide bereits viel Erfahrung mit dem Musizieren. Da geht es nicht nur um das Töne treffen und den Takt halten, sondern auch, was am Ende rauskommen soll. Und nachdem wir ca. drei oder vier grobe Songs fertig hatten, war uns auch klar, das wir das ganze halbwegs tauglich aufnehmen wollten.

Proberaum Aufnahmen

Die gemeinsamen Proben hatten wir direkt von Beginn an mit einem einfachen Stereo Audiorekorder (ich habe ein Olympus LS-5, den gibts nicht mehr aber es geht auch das Nachfolgemodell z.B. der hierAmazon Affiliate Link) aufgenommen, was super klappt, um Ideen festzuhalten. In den ersten Proben haben wir das Teil an verschiedenen Stellen hingelegt, ein wenig ausgepegelt (damit nichts übersteuert) und einfach drauflosgespielt. Nach einigen Proben hatten wir dann den Dreh raus, wussten wo der Rekorder stehen muss und dann einfach darauf geachtet, dass unsere Instrumente (Gitarre, Bass, Drums) gleich laut sind, damit wir einen ausgeglichenen Sound erhalten. Klassisches Problem bei solchen Aufnahmen: Klingt ok, drückt nicht, aber man hört jeden Fehler. Ideal für Probe-Mitschnitte. Dann abends schnell zuhause das MP3 in die Dropbox/GoogleDrive/OneDrive/whatever geschoben und beide haben Zugriff auf die Ideen. ✔

EP Aufnahmen?

Mit der Zeit kam Corona, damit auch weniger gemeinsames Proben, aber Zeit, sich für das “Zeug dahinter” zu interessieren. Wir haben zum einen Songs überarbeitet und Abläufe festgelegt (Ideen per MP3 und Datenaustausch hin und her), dazu hatte ich noch ein paar Songs mittels Oktapad / Midi Pad / Toontrack Superior Drummer nachgebaut. Im Nachhinein für mich total viel Zeit investiert, aber es klingt immer noch nach “Drumsample”-Schlagzeug, also nicht zu gebrauchen. Also musste ein Plan zum Aufnehmen her.

  1. Inventur: Wir besitzen folgendes (unsortiert): Bass Box & Amp mit Line Out, Gitarren Box & Amp mit Line Out, Standard Analog Schlagzeug mit zwei Toms, drei Crashbecken, zwei Stereo Recorder unterschiedlicher Generationen, zwei Overhead Mikros mit Phantompower, ein Shure SM58 und ein Noname Mikro, das aussieht wie ein SM57. Dazu kommt ein Stereo Interface für mein Notebook.
  2. Einschränkungen: Wir haben beide Zeit für eine wöchentliche Probe (ca. 3 Stunden), mehr nicht. Der Proberaum wird von anderen Personen im Laufe der Woche genutzt, also vorher aufbauen und hinterher wieder alles abbauen (is wichtig für später).
  3. Wie aufnehmen? Wir haben uns entschieden NICHT live aufzunehmen, sondern nacheinander die Dinge aufzunehmen. Dadurch können wir viel Zeit sparen, falls sich einer verzockt. Wir können das Gesamtergebnis besser beeinflussen, weil wir wenig Möglichkeiten hätten, die Spuren getrennt aufzunehmen. Bedeutet aber automatisch mehr Aufwand in der Post-Production.

Soweit so gut, nächste Woche mehr Details, wie wir aufnehmen.

Bis denn
Constantin